Exportkiller Gelangensbestätigung

“Eine Lieferung von Aachen nach Lüttich”, sagt Marco Bahmüller, Steuerberater bei Ebner Stolz Mönning Bachem, “ist für Unternehmen künftig riskanter, als die Ware nach Turkmenistan zu schicken.” Denn zum Jahresbeginn hat die Bundesregierung die Nachweispflicht für Lieferungen innerhalb der EU geändert. [ Artikel in der ftd …. ]

Ees gibt ein neues Export-Behinderungsinstrument der Bundesregierung, Titel: Gelangensbestätigung, eine Killerapplikation für exportierende Unternehmen und das Todesurteil für das Exportland Deutschland. Was Brüssel nicht schafft, schaffen unsere Bürokraten.

Denn: Wer Waren innerhalb der EU exportiert, muss deren Grenzübertritt nun kompliziert nachweisen. Der Verkäufer der Ware kann den Beweis für die Reise seiner Ware ins Ausland nur noch durch eine sogenannte Gelangensbestätigung antreten. Damit bescheinigt der Kunde im Ausland dem Verkäufer, wann und wo er die Ware erhalten hat. Bekommt der Lieferant aus Deutschland von seinem Abnehmer in der EU diese Abnahmebestätigung nicht, kann er die Umsatzsteuerbefreiung nicht in Anspruch nehmen, weil er nach den neuen Maßstäben nicht nachweisen kann, dass seine Lieferung eine EU-Grenze überschritten hat.

Dieses Gesetz gibt es nur in Deutschland.

Die Zeitbombe: Bei Betriebsprüfungen, also auch noch Jahre später, wird wohl besonders darauf geachtet werden, dass diese Gelangensbestätigung für jede einzelne Sendung handschriftlich erfolgte und entsprechend dokumentiert wurde. Beanstandet der Prüfer die Unterschriften und die Dokumentation des Gelangensnachweises,  können gigantische Nachzahlungen der Umsatzsteuer auf die Unternehmen zukommen.

Noch ist völlig unklar, wer die Unterschrift beim Partner in Bulgarien, Polen, Süditalien, Finnland oder sonst wo überhaupt leisten kann und wie die Bestätigung und die Dokumente sicher wieder in die Buchhaltung des exportierenden Unternehmens gelangt. Außerdem ist dieser Vorgang den ausländischen Käufern kaum plausibel zu machen, verschlechtert die Wettbewerbsposition der deutschen Exporteure (insbesondere auf internationalen Handelsmessen) erheblich und führt zu einem gigantischen bürokratischem Aufwand.

Ein Hoch auf die deutsche Finanzverwaltung und deren Bürokratieaufbau.

[ Hier die Stellungnahme des DIHK]

Acht andere Verbände habe bereits an die Finanzverwaltung geschrieben – Anti-Gelangensbestaetigung 12-01

Beteiligen Sie sich an der Unterschriftenaktion! Laden Sie das Anschreiben EVL /  Gelangensbestätigung  an den Staatssekretär Helmut Koschyk herunter und faxen es an unser Verbandsbüro: 

08245 – 960 871  

Herzlichen Dank

Wir haben ein Forum eingerichtet zu diesem Thema. Sie können die Beiträge lesen und mit diskutieren, wenn Sie sich einloggen auf der Seite. (Sie werden dann nicht automatisch Mitglied) Link zum Forum Gelangensbestätigung > > >

Gelangensbestätigung – BMF legt neuen Entwurf eines Umsetzungsschreibens vorDas Bundesfinanzministerium hat einen überarbeiteten Entwurf des BMF-Schreibens zur Umsetzung der Gelangensbestätigung vorgelegt. Die Stellungnahmen der Verbände zum Vorentwurf und die Ergebnisse einer Anfang des Jahres stattgefundenen Verbändeanhörung sind darin nur teilweise berücksichtigt worden. Insbesondere die Position der Speditions- und Logistikunternehmen hat sich nicht entscheidend gebessert. Zwar soll in Versendungsfällen die Unterschrift des tatsächlichen Warenempfängers statt des Abnehmers genügen. Auch sind vereinfachte Nachweispflichten vorgesehen für Transportunternehmen, die über ein Tracking und Tracing System verfügen. Aber für in anderen EU-Mitgliedstaaten ansässige Empfänger und Abnehmer gilt nach wie vor, dass sie die Gelangensbestätigung nicht unterschreiben müssen, da rechtlich nur in Deutschland vorgeschrieben.Der Bundesverband wird zu dem neuen Entwurf bis zum 20. April 2012 Stellung nehmen und rät nach wie vor allen Speditions- und Logistikunternehmen dringend davon ab, gegenüber ihren Auftraggebern eine Verpflichtung zur Beschaffung der Gelangensbestätigung einzugehen, da dies weder in ihrem Einflussbereich, noch in ihrem Pflichtenkreis liegt. Kein Speditionsunternehmen kann dafür garantieren, eine Gelangensbestätigung vom Abnehmer/Empfänger zu erhalten, da diese gesetzlich nicht zur Unterschrift verpflichtet sind.

 

Ihre Anfrage

Wie können wir Ihnen helfen?

Sending

©2019 EVL Europäischer Verband Lifestyle e.V.

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?