Verlieren Bundesregierung und Deutsche Post das Interesse am Kulturgut Buch?

Pressemeldung Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)

Portoerhöhung für Büchersendungen um bis zu 60 Prozent !!!

Berlin, 01.05.2019 | Die Deutsche Post DHL hat entschieden, innerhalb von acht Wochen das Porto für den Versand von Büchern  um fast 60 % zu erhöhen. „Bücher- und Warensendungen“ bis 500 Gramm kosten statt 1,20 € dann 1,90 €, Sendungen bis 1000 Gramm kosten dann  2,20 € statt  1,70 € in.

Frederik Palm, Sprecher der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. vermutet :

Nach dem Wegfall der internationalen Büchersendung zum Ende Februar und der im letzten Jahr bereits erfolgten Preiserhöhung der nationalen Büchersendung um 20 %, scheint es, dass die Deutsche Post und die Bundesrepublik Deutschland als ihr maßgeblicher Anteilseigner das Interesse am Kulturgut Buch verlieren“,

„Es ist für den Versandbuchhandel sehr problematisch, dass er sich auf diese massive Erhöhung, die die Kalkulation des Geschäftes insgesamt betrifft, praktisch nicht einstellen konnte, weil sie unterjährig mit so kurzer Frist angekündigt wird.“

Wenn überhaupt, dann können mit der massiven Preiserhöhung allenfalls große Buchversender umgehen, die über andere Kostenstrukturen verfügten. Palm fordert die Rücknahme der Entscheidung: „Mit der Abschaffung der bewährten Büchersendung gefährdet die Deutsche Post die Vielfalt im Buchhandel. Wir fordern das Unternehmen und die Bundesregierung auf, diese Entscheidung zu revidieren, die im Widerspruch zu dem intendierten Schutz der Kulturförderung durch ein breites Angebot steht. Ob das der richtige Weg ist, das Kulturgut Buch zu schützen und fördern, muss zwingend überdacht werden.“

Mit einem Plus von 11,4 % auf 65,1 Mrd. € ist der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Jahr 2018 weiterhin zweistellig gewachsen. Der reine E-Commerce-Umsatz steht somit für mehr als jeden achten Euro im Einzelhandel.

Die Online-Umsätze bei “Bücher/Ebooks/Hörbücher“ wuchsen in 2018 um 5,6 % und lagen bei
3,60 Mrd. Euro inkl. USt (2017: 3,41 Mrd. Euro inkl. USt). >>>

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